Santa Catalina erlebt Comeback als Treffpunkt für Prominente

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Santa Catalina Island, nur wenige Kilometer vor der Küste von Los Angeles, erlebt derzeit eine überraschende Renaissance: Einst Treffpunkt großer Hollywood-Stars, geriet das Eiland lange in Vergessenheit. Heute locken wieder Strände, freilebende Bisons und ein nahezu unberührtes Hinterland – und die Gründe für das neue Interesse bleiben zum Teil rätselhaft.

Vom Glanz der Roaring Twenties zur Bewahrung

Die moderne Geschichte der Insel begann 1919 mit dem Unternehmer William Wrigley Jr., der in kurzer Zeit große Teile der Insel kaufte. Er ließ Hotels errichten und schenkte Avalon ein markantes Art-déco-Gebäude mit einem der größten Ballsäle seiner Zeit.

In diesen Jahren brachte man Glamour aufs Eiland: Junge Entertainer wie ein noch unbekannter Ronald Reagan moderierten die Ballabende, und viele Filmgrößen reisten für Feierlichkeiten oder Drehs an. Namen wie Cary Grant, Rock Hudson, Doris Day und John Wayne sind eng mit der Inseltradition verbunden.

Konservierung statt Ausverkauf

Als die Besucherzahlen nachließen, traf die Wrigley-Familie in den 1970er-Jahren eine weitreichende Entscheidung: Rund 88 Prozent ihrer Privatinsel gingen in eine Stiftung für Naturschutz. Dadurch blieb das Hinterland weitgehend unbeeinflusst und wirkt bis heute, als hätte man die Zeit angehalten — Prärieflächen, grasbewachsene Hügel und vereinzelte Kakteen prägen das Bild.

Ein neues Publikum – und der Reiz des Verborgenen

Inzwischen hat sich wieder herumgesprochen, dass Catalina vieles bietet, was an der Küste selten ist: ruhige Strände, freilebende Bisons auf den Hügeln und einen klaren Schutzstatus, der Landschaft und Tierwelt bewahrt. Auch aktuelle Filmstars kommen wieder – doch die Einheimischen sprechen lieber zurückhaltend über prominente Gäste. Für viele hat die Insel damit etwas vom Gefühl des „letzten Geheimnisses Kaliforniens“ bewahrt.

Die Channel Islands: Catalina in der Inselgruppe

Die Channel Islands bestehen aus acht Inseln, die sich über rund 150 Kilometer bis in die Nähe von Santa Barbara erstrecken. Einige, darunter San Clemente und San Nicolas, sind militärische Sperrzonen. Andere – Anacapa, San Miguel, Santa Cruz und Santa Rosa – bilden den Channel-Islands-Nationalpark, haben jedoch kaum Bootsanbindung und keine dauerhaften Siedlungen.

Als drittgrößte Insel der Gruppe ist Catalina einzigartig: Sie bietet Unterkünfte, Restaurants und die nötige Infrastruktur für Besucher, während der Rest des Archipels deutlich abgeschiedener bleibt.

Avalon: Pastellhäuser, Golfcarts und eingeschränkter Verkehr

Die Hafenstadt Avalon wirkt wie eine gekürzte Filmkulisse: pastellfarbene Holzhäuschen, ein paar Hotels und exklusive Clubs für Bootsbesitzer. Auf der Insel sind Autos größtenteils den Einheimischen vorbehalten; Besucher bewegen sich vorwiegend mit gemieteten Golfcarts. Die Zufahrt zum Schutzgebiet ist für Fußgänger, einige Rundfahrtbusse und die wenigen Jeeps der Stiftung reserviert.

Alltägliche Inselmomente

Für Menschen, die hier leben, ist die Nähe und zugleich die Distanz zum Festland ein zentraler Reiz. Caroline etwa bewohnt seit mehr als zwei Jahrzehnten einen Liegeplatz im Avalon-Hafen. Sie beschreibt das System ohne große Stege: Wer an Land will, setzt ein Dingi oder wartet auf das kleine Shoreboat. Dadurch fühle man sich abseits des Trubels, sei aber bei Bedarf schnell mitten im Geschehen.

Auch Anekdoten wie die Begegnung mit Hollywood-Star Nicolas Cage gehören zu den Erzählungen vor Ort: Freundliche Grüße und die unverhoffte Nähe berühmter Besucher gehören zum Alltag, ohne dass die Insel dadurch ihren ruhigen Charakter verliert.

Praktische Hinweise

Anreise: Catalina liegt nur rund zwölf Meilen vor Los Angeles. Verbindungen reichen vom Linien-Helikopter (etwa 15 Minuten) bis zum Katamaran (rund 65 Minuten); in der Hochsaison fährt die Fähre in beide Richtungen mehrfach täglich. Flugverbindungen nach Los Angeles sind beispielsweise mit Lufthansa ab Frankfurt oder München möglich.

Beispiele zu Kosten (Richtwerte aus der Quelle): Hinflüge nach Los Angeles ab etwa 500 Euro; Helikoptertransfers ab Long Beach ca. 150 Euro one‑way; Rückfahrt mit der Katamaranfähre nach Avalon etwa 70 Euro. Unterkünfte reichen von kleineren Hotels mit moderatem Preisniveau bis zu teureren Lodges.

Mehr Informationen: Angebote und touristische Hinweise finden sich unter den bekannten Portalen zur Insel und zum Bundesstaat Kalifornien.

Die Reise, auf der diese Eindrücke beruhten, wurde unterstützt von Lufthansa und California Tourism. Unsere Standards zur Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit sind unter go2.as/unabhaengigkeit einsehbar.

Kategorien USA

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