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- Route, Zeitrahmen und Budget
- Los Angeles: Einkaufen statt Einpacken – und der erste Zwischenfall
- Yosemite: Zwischen Redwoods und Aussichtspunkten
- Südwesten: Von Sequoias bis zum Monument Valley
- Colorado: Kleine Orte und große Dünen
- Auf in den Süden: Texas, Louisiana und die Plantagen
- New Orleans: Ende der Strecke, ernüchternde Eindrücke
- Resümee und praktische Hinweise
Drei Wochen, Zelt, ein knappes Budget – und die Frage: Lässt sich eine Küsten-zu-Küsten-Strecke durch die USA in kurzer Zeit sinnvoll erleben? Ein Erfahrungsbericht von Los Angeles bis New Orleans zeigt, was in einem arbeitnehmerfreundlichen Zeitrahmen möglich ist – und was nicht.
Route, Zeitrahmen und Budget
Die Reise begann in Los Angeles und endete in New Orleans. Insgesamt standen pro Person rund 2.750 Euro zur Verfügung. Das Geld war wie folgt verplant: 600 Euro für den Flug, 650 Euro für den Mietwagen, 400 Euro für Sprit, 500 Euro für Verpflegung, 100 Euro für Campingausrüstung und knapp 500 Euro für Stellplätze und vereinzelte Hotelnächte. Drei Wochen sind knapp bemessen – die Herausforderung lag darin, möglichst viel zu sehen, ohne komplett zu hetzen.
Los Angeles: Einkaufen statt Einpacken – und der erste Zwischenfall
Weil die Campingausrüstung nicht ins Gepäck passte, wurde sie am ersten Tag in einem großen Supermarkt vor Ort gekauft. Walmart erledigt das praktisch auf einen Streich und half, das Budget einzuhalten.
Nur wenige Stunden später folgte die unangenehme Lehrstunde: Auf der vielbefahrenen Interstate nahe Los Angeles ging unser Wagen plötzlich aus – der Tank leer. Es blieb mitten auf der sechsspurigen Autobahn stehen, was in den USA schnell Aufmerksamkeit erzeugt. Nach einem Anruf bei der Notrufzentrale sperrte ein Motorrad-Polizist kurzzeitig die Spuren, ein Abschleppdienst brachte uns an den Rand und wir bekamen etwas Benzin. Kosten: vor allem Nerven.
Yosemite: Zwischen Redwoods und Aussichtspunkten
Der erste geplante Naturstopp war der Yosemite-Nationalpark. Übernachtet wurde nahe Santa Cruz auf einem Zeltplatz inmitten hoher Redwood-Bäume. Viele staatliche Plätze müssen reserviert werden, doch wir entschieden uns bewusst für Spontanität: Anmeldung per Formular und Einzahlung in einen Briefkasten – sehr analog, sehr amerikanisch.
Durch die Verzögerung auf der Interstate blieb für Yosemite nur ein Tag. Eine etwa 15 Kilometer lange Wanderung durchs Yosemite Valley brachte dennoch zahlreiche spektakuläre Eindrücke: tosende Wasserfälle, der markante Half Dome und Kletterer, die an den Felswänden des El Capitan zu sehen waren. Kurze Zeit, große Wirkung.
Südwesten: Von Sequoias bis zum Monument Valley
Die Route führte weiter südlich zu den Baumriesen des Sequoia Nationalpark, durch das heiße Death Valley und kurz über den Strip von Las Vegas. Auch ein Stop am Grand Canyon fand statt – trotz des Zeitdrucks lohnen sich solche Klassiker.
Ein geplanter Besuch von The Wave in den Coyote Buttes gelang nicht. Stattdessen entdeckten wir den weniger bekannten, aber eindrucksvollen Paria Canyon: enge Schluchten und eine beinahe gemalte Landschaft, die zu den überraschenden Höhepunkten der Reise zählten.
Das erste Aufstehen vor Sonnenaufgang in der Nähe des Monument Valley war teuer – der teuerste Zeltplatz der Tour –, aber die Aussicht auf die roten Felsformationen direkt aus dem Zelt machte die fünf Stunden Schlaf zur bewussten Entscheidung.
Colorado: Kleine Orte und große Dünen
Wegen der begrenzten Zeit wurde der Bundesstaat Colorado im Süden angefahren. Dort warteten charmante Orte wie Durango und Pagosa Springs sowie Cortez mit dem Mesa Verde Nationalpark.
Ein besonderes Naturerlebnis bot der Great Sand Dunes Nationalpark bei Alamosa: die höchsten Dünen Nordamerikas vor einem schneebedeckten Gebirgshintergrund. Eindrucksvoll und ungewöhnlich zugleich.
Bei einer Übernachtung auf der „Canyon of the Ancients Guest Ranch“ erhielten wir Einblicke in die frühere Besiedlung durch die First Nations. Die Gastgeber Ming und Garry sammeln Fundstücke auf ihrem Grundstück und bitten Besucher, nichts mitzunehmen. Garry wünscht sich Schutz für das Land: „Hier soll nichts mehr gebaut werden, das Erbe der First Nations soll bestehen bleiben.“
Auf in den Süden: Texas, Louisiana und die Plantagen
Die Durchfahrt durch Texas fiel kurz und zügig aus – der Bundesstaat war während unserer Reise von schweren Tornados betroffen, sodass wir keine Zeit verschenken wollten. In Louisiana empfing uns Dauerregen, der mehrere Nächte in Hotels und Ferienunterkünften nötig machte.
Ein Besuch der Plantage Oak Alley beeindruckte durch die alten Virginia-Eichen, doch die Ausstellungen zu Sklaverei in den ehemaligen Sklavenunterkünften hinterließen einen starken, traurigen Eindruck.
Die gebuchte Sumpftour entpuppte sich als klassische, touristische Bootsfahrt mit Alligatorfütterung – für uns eher Zoo-Charakter. Wer Zeit hat, sollte stattdessen eine Kanutour wählen: ruhiger, näher an der Natur.
New Orleans: Ende der Strecke, ernüchternde Eindrücke
In New Orleans endete die Fahrt. An einer kirchlichen Sammelstelle gaben wir unsere Campingausrüstung an Bedürftige ab. Die Dichte an Menschen ohne festen Wohnsitz und mit Drogenproblemen ist sichtbar und bedrückend – ein Kontrast zu den touristischen Seiten der Stadt.
Neben dem ernsten Alltag bietet New Orleans weiterhin kulturelle Höhepunkte: eine Tour durch den Garden District mit seinen historischen Häusern zeigte eine andere, opulente Seite. Das French Quarter lebt von Musik, Touren zu Geistergeschichten sind beliebt, und für die Kuriossten gibt es etwa das sogenannte „Vampire Café“.
Resümee und praktische Hinweise
Fazit: Drei Wochen ermöglichen einen intensiven Eindruck von der Vielfalt der USA, setzen aber eine straffe Taktung voraus. Das Budget reichte für die geplante Mischung aus Camping und vereinzelten Unterkünften. Für eine entspanntere Erfahrung empfiehlt sich, weniger Stationen anzusteuern und einzelne Regionen länger zu genießen.
- Anreise: Direktflüge etwa mit Lufthansa oder Condor von Frankfurt nach Los Angeles. Für die Einreise wird ein ESTA benötigt (Online-Antrag: apply.usvisaconnection.com/application/esta).
- Camping: Wildcamping ist in vielen National Forests und Grasslands möglich (fs.usda.gov/visit/maps). Staatliche Plätze sind oft reservierungspflichtig und kosten ab etwa 10 Euro für zwei Personen und Auto (recreation.gov).
- Nationalparks: Offizielle Informationen: nps.gov/index.htm. Die Organisation Our Parks weist wegen Budgetkürzungen und Ranger-Entlassungen auf die Bedeutung von Vorsicht bei Feuergefahr und auf Spenden hin (ourparks.org).
- Weitere Infos: visittheusa.de; colorado.com; explorelouisiana.com.












