Begegnungen mit Mantarochen im Baa-Atoll vor den Malediven

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In der Hanifaru Bay im Baa‑Atoll versammeln sich während der Manta‑Saison manchmal bis zu 100 Riesenrochen gleichzeitig – ein Spektakel, das Forscher und Urlauber aus aller Welt anzieht. Die Gründe dafür liegen in ungewöhnlich hohen Planktonkonzentrationen, die das flache Becken zu einem Fressplatz der Superlative machen.

Warum die Lagune so vieles anzieht

Im Südwestmonsun strömt nährstoffreiches Wasser in die Hanifaru Bay und sammelt sich dort wie in einem natürlichen Trichter. Das Resultat sind dichte Planktonansammlungen, von denen sich die Mantarochen ernähren.

Meeresbiologin Nairika Bharucha vom Resort Milaidhoo betont, dass die Bucht weltweit ungewöhnlich viel Plankton auf engstem Raum bietet. Das erklärt, warum in manchen Monaten ungewöhnlich viele Tiere gleichzeitig zum Fressen kommen.

Beeindruckendes Verhalten in beengten Verhältnissen

Im offenen Ozean bewegen sich Mantarochen oft einzeln oder in kleinen Gruppen. In der Hanifaru Bay dagegen entstehen regelrechte Ansammlungen: Um an die konzentrierte Nahrung zu gelangen, vollführen die Tiere enge Kurven und manchmal akrobatische Drehungen, um Zusammenstöße zu vermeiden.

Mantarochen bei akrobatischen Drehungen in engem Raum
In der Hanifaru Bay zeigen Mantarochen beeindruckende Wendungen, um Zusammenstöße zu vermeiden.

Die Lagune ist flach und nur etwa so groß wie ein Fußballfeld, mit rund 20 Metern Tiefe. Deshalb gelten strenge Regeln für Besucher: Tauchen mit Atemgerät ist seit 2012 verboten. Das Verbot folgte, nachdem verstärkte Tauchausflüge mit einem Rückgang der Rochenzahlen einhergegangen waren.

Regelbetrieb für Besucher

Der Zugang zur Hanifaru Bay ist limitiert und wird von lizenzierten Guides gesteuert. Lediglich acht Gruppen mit höchstens zehn Personen dürfen sich gleichzeitig in der Lagune aufhalten; die Aufenthaltsdauer ist auf 45 Minuten begrenzt. Ziel ist es, die Tiere nicht zu stören und das Naturereignis langfristig zu schützen.

Beim Schnorcheln gilt: keine Berührungen, kein Drängeln und kein Blitzlicht unter Wasser. Ranger überwachen das Geschehen zusätzlich – teils mit Drohnen aus der Luft und teils mit Unterwasserdrohnen, um die Tiere aus der Distanz zu beobachten und Besucherströme zu koordinieren.

Forschung, Schutz und Bestandsdaten

Im Marine‑Center der Insel dokumentieren Forscher die Tiere anhand ihres individuellen Punktmusters, das mit einem Fingerabdruck vergleichbar ist. Das Maldives Manta Conservation Programme (MMCP) hat bisher mehr als 6.000 Mantarochen in den Gewässern der Malediven registriert.

Die meisten hier beobachteten Tiere sind ortstreue Riffmantas von etwa vier Metern Flügelspannweite. Gelegentlich treten auch wandernde Riesenmantas mit bis zu neun Metern Spannweite auf. Manchmal gesellt sich zudem ein Walhai dazu — der größte Fisch der Meere und ebenfalls ein ruhiger Planktonfresser.

Riffe, Haie und weitere Meeresbewohner

Rund um Resorts wie das Milaidhoo liegt ein Hausriff, das das Inselchen stabilisiert und Lebensraum für zahlreiche Arten bietet. Trotz mehrerer Korallenbleichen bleibt das Riff vergleichsweise artenreich. Schwarzspitzen‑Riffhaie patrouillieren, Meeresschildkröten fressen an Korallen, und bunte Fischschwärme komplettieren das Bild.

Artenreiches Hausriff mit Korallen und bunten Fischen
Das Riff rund um die Resorts bietet Lebensraum für zahlreiche Meeresbewohner.

Bharucha verweist auch auf die kognitiven Fähigkeiten der Mantarochen und zählt sie zu den markanten Arten, die Besucher auf den Malediven regelmäßig beobachten können.

Unterschiedliche Zugänge: Luxusresorts und einfache Gästehäuser

Die Teilnahme an Manta‑Touren ist nicht auf teure Resorts beschränkt. Neben Luxusunterkünften im Baa‑Atoll bieten auch Guesthouses auf Einheimischeninseln Ausflüge zur Lagune an. Diese Pensionen sind preiswerter, verzichten häufig auf Alkohol und halten einfachere Verpflegung und Zimmer bereit.

Für Gäste der Pensionen ist das Manta‑Erlebnis in der Regel vergleichbar mit dem der Resortbesucher, da die Termine für die Lagune von Rangern koordiniert werden.

Praktische Hinweise für Reisende

  • Lage: Die Hanifaru Bay liegt im Baa‑Atoll, rund 120 Kilometer nördlich von Malé.
  • Anreise: Nonstop‑Flüge nach Malé sind etwa ab Frankfurt verfügbar; weiter per Wasserflugzeug (circa 45 Minuten).
  • Einreise: Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Touristen erhalten bei Ankunft ein kostenfreies Visum für bis zu 30 Tage; zusätzlich ist eine elektronische Einreiseerklärung nötig.
  • Beste Zeit: Die Manta‑Saison reicht in der Regel von Mai/Juni bis Oktober. Lufttemperaturen liegen bei etwa 29–32 °C, Wassertemperaturen bei 28–30 °C.
  • Unterkünfte: Im Baa‑Atoll gibt es Luxusresorts wie das Milaidhoo Maledives oder Soneva Fushi; Pensionen wie das Kihaa Holiday Home sind deutlich günstiger.
  • Touren: Eintritte in die Hanifaru Bay sind nur mit lizenzierten Guides an festgelegten Tagen möglich. Preise in Resorts werden meist in US‑Dollar angegeben.
  • Mehr Informationen: visitmaldives.com

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