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<pBesucher in US-Nationalparks nähern sich immer wieder Bisons, Bären oder Elchen so dicht, dass es gefährlich wird — für Mensch und Tier. Um unbedachte Annäherungen zu verhindern, hat die Besucherbehörde von Jackson Hole nun einen Instagram-Filter veröffentlicht, der fotografierende Gäste warnen soll, wenn sie zu nahe kommen.
Wie riskante Begegnungen entstehen
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Immer wieder finden sich Bilder und Videos, die zeigen, wie Touristen versuchen, Wildtiere zu streicheln, zu füttern oder als Fotomotiv zu benutzen. Ein Vater versucht etwa, seine kleine Tochter auf den Rücken eines Bisons zu setzen. Zwei Männer locken einen Bären mit einem Hamburger an, ein Paar streckt die Hand zu einem Elch aus — meist wird das Geschehen per Smartphone für Instagram oder TikTok dokumentiert.

Oft gehen die Begegnungen glimpflich aus; nicht immer. Online finden sich Aufnahmen von Elchen, die auf Menschen zustürmen, von Bären, die angreifen, oder von Bisons, die mit einem Kopfstoß Personen metersweit schleudern. Im Juni erlitt eine 83-jährige Besucherin im Yellowstone-Nationalpark lebensbedrohliche Verletzungen, nachdem sie einem Bison zu nahe gekommen war.
Der Instagram-Filter: Selfie Control
Die Tourismuseinrichtung von Jackson Hole hat nun den Filter Selfie Control veröffentlicht. Ziel ist es, Besucher visuell darauf hinzuweisen, wenn der Abstand zu einem Tier zu gering ist. Der Filter legt ein Symbol über den Bildausschnitt: erscheint das Tier im Sucher größer als das Zeichen, signalisiert das, dass der Nutzer zu nahe steht. Überdeckt das Symbol das Tier, entspricht die Distanz dem empfohlenen Mindestabstand und das Foto ist „sicher“.

Zusätzlich blendet der Filter Hinweise ein, etwa zur Geschwindigkeit von Grizzlybären oder Bisons im Vergleich zu Menschen. Beispiele lauten: „Grizzlies haben eine Geschwindigkeit von 35 Meilen in der Stunde. Bei Menschen sind es acht.“ Solche Warnungen sollen das Risiko für unvorsichtige Selfies deutlich machen.
Empfohlene Abstände und Reaktionen
Die Verantwortlichen nennen klare Mindestabstände. Laut Crista Valentino vom Jackson Hole Travel & Tourism Board sollten Besucher folgende Distanzen einhalten:
- Mindestens 100 Meter zu Bären
- Etwa 25 Meter zu Bisons und Elchen
Valentino sagt, die Zahl gefährlicher Zwischenfälle mit Wildtieren nehme seit Jahren zu. Mit Selfie Control und der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit wolle man diese Vorfälle reduzieren und eine friedliche Koexistenz fördern. Bislang sei der Filter nach Angabe der Behörde mehr als 1000 Mal heruntergeladen worden.
Mehr als nur Sensationen im Netz
Die Problematik ist nicht neu: Schon frühe Fotografien aus dem Jahr 1916 zeigen Besucher, die Tiere anlocken oder streicheln. Heute hat sich dafür ein Begriff etabliert — „Tourons“ (aus Tourist und Moron) — und Accounts wie „TouronsOfYellowstone“ sammeln Beispiele rücksichtsloser Aktionen. Gerichtliche Folgen gibt es auch: Ein Besucher aus Hawaii wurde vergangenes Jahr zu einer Geldstrafe von 1000 Dollar verurteilt, nachdem er ein neugeborenes Bisonkalb „gerettet“ hatte; das Kalb wurde später von der Mutter verstoßen und musste eingeschläfert werden.
Die Regeln in den Parks sind klar: Tiere dürfen nicht berührt, gefüttert, belästigt oder ängstigt werden. Schilder und Informationsmaterial weisen Besucher darauf hin. Nationalpark-Guide Michelle Holihan bringt es auf den Punkt: „Bisons sind keine Kuscheltiere, Grizzlybären sind keine Haustiere.“ Immer wieder ermahnt sie Gäste; zuletzt musste sie einen Fotografen mit einer teuren Kamera zurechtweisen, der einer Bisonmutter mit Kalb zu nahe gekommen war.
Ein Anfang, kein Allheilmittel
Jackson Hole betont, dass der Filter nur ein erster Schritt sei. Valentino sagt, man beginne gerade erst mit solchen Maßnahmen; entscheidend sei, die Botschaft zu verbreiten und Besucher für die nötige Distanz zu sensibilisieren. Angesichts von rund 4,5 Millionen jährlichen Gästen im Yellowstone-Park ist das nur ein Baustein — aber einer, der auf Verhaltensänderung zielt, bevor Menschen oder Tiere verletzt werden.












