Lange Wege zur Freiheit: Erfahrungen Schwarzer Menschen

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New Orleans und die Plantagen am Mississippi machen die Geschichte der Sklaverei und den langen Kampf um Bürgerrechte unmittelbar erfahrbar. An mehreren Orten im Bundesstaat Louisiana verbinden Ausstellungen und historische Stätten Erinnerung, Bildungsauftrag und den spürbaren Nachhall jahrzehntelanger Diskriminierung.

Multimediale Erinnerung im Museum

Im Louisiana Civil Rights Museum wird Bürgerrechtsgeschichte nicht nur erzählt, sondern inszeniert. In einem Multimediaraum läuft eine Projektion, die an den 160 Kilometer langen Marsch von 1967 erinnert, bei dem rund 600 Afroamerikaner zehn Tage lang unter drückender Hitze für Gleichberechtigung demonstrierten.

Besucher in einem dunklen Ausstellungsraum vor einer großen Videoprojektionen zur Bürgerrechtsgeschichte
Multimediale Inszenierung macht Geschichte erlebbar

Die Darstellung kombiniert bewegte Bilder, Musik und digitale Effekte, sodass Besucherinnen und Besucher das Geschehen fast körperlich nachfühlen. Ergänzt wird die Inszenierung durch Informationstafeln und Zeitzeugenfilme, die Alltagserfahrungen mit Rassentrennung schildern – von Wahllokalen über Schulen bis zu Bussen und Restaurants.

Ruby Bridges und die Schule der Konfrontation

Ein zentraler Ort der Erinnerung in New Orleans ist die William Frantz Elementary School. Vor dem Gebäude erinnern eine Gedenktafel und eine Statue an Ruby Bridges, die 1960 im Alter von sechs Jahren als erste Schwarze diese bis dahin ausschließlich weiße Schule besuchte.

Nur eine Lehrerin war bereit, sie zu unterrichten; ein Jahr lang war Bridges die einzige Schülerin in ihrer Klasse. Polizisten begleiteten das Mädchen täglich in das originalgetreu restaurierte Klassenzimmer Nummer 2306. „Sie hat viel Mut bewiesen“, sagte später einer der Beamten, die sie eskortierten.

Brenda Williams, Kuratorin im Civil Rights Museum, erinnert sich an eigene Erfahrungen aus der Kindheit: Als Mädchen habe sie noch getrennte Trinkbrunnen gesehen. Später habe sie sich bewusst für eine rein schwarze Schule entschieden: „Dort habe ich mich einfach wohler und sicherer gefühlt.“

Plantagen: Eleganz und die Schattenseiten

Die Fahrt von New Orleans zu den Plantagen führt durch sumpfige Marschlandschaften entlang des Mississippi. Hier haben sich Prachtbauten erhalten, die an den Reichtum der Zuckerrohr-Ära erinnern.

Elegante Plantage mit weißem Herrenhaus und Allee aus alten Eichen, im Hintergrund Sumpflandschaft
Prachtbauten wie Oak Alley zeigen Reichtum und Leid zugleich

Die Oak Alley gehört zu den bekanntesten Anlagen: eine elegante Villa im Greek-Revival-Stil, eingefasst von einer Allee aus 28 alten Virginia-Eichen. Besucher sehen das aufwändige Herrenhaus von innen, während draußen rekonstruierte Blockhütten stehen, die das Leben versklavter Menschen dokumentieren. In den einfachen Räumen erzählen Gegenstände und Tafeln von Namen wie Moses, Elise oder Joseph.

Unweit liegen die St. Joseph Plantation und die Plantage Oakley bei St. Francisville. John House, Ranger auf einer der Anlagen, weist auf die strikte Trennung hin: „Nach der Fertigstellung durften die meisten das Haus nicht mehr betreten.“ In den Nebengebäuden lebten sogenannte Haus-Sklaven; bis zu drei Familien teilten dort oft ein kleines Zimmer.

Erinnern heißt auch ein Verstehen der Folgen

Für viele Bewohnerinnen und Bewohner Louisianas sind diese Orte kein bloßes Museumsmotiv. Die Nachwirkungen der Sklaverei und der systematischen Benachteiligung sind wirtschaftlich und sozial weiterhin spürbar.

Brenda Williams bringt das auf den Punkt: „Wir sind noch immer dabei, den wirtschaftlichen Rückstand aufzuholen, den die Sklaverei verursacht hat.“ Die Ausstellungen fordern deshalb nicht nur zur Reflexion auf, sondern machen auch deutlich, dass Gleichberechtigung ein andauernder Prozess ist.

Praktische Hinweise für Besucher

  • Anreise: Zum Beispiel mit Lufthansa oder United Airlines über Washington D.C. weiter nach New Orleans.
  • Unterkunft: New Orleans – Nopsi Hotel nahe dem French Quarter, Doppelzimmer ab ca. 152 Euro (nopsihotel.com). St. Francisville – Myrtles Plantation, Gästehäuser im Park, ab etwa 210 Euro pro Nacht (themyrtles.com).
  • Besichtigungen: Louisiana Civil Rights Museum (louisianastatemuseum.org); Oak Alley (oakalleyplantation.org); St. Joseph Plantation (stjosephplantation.com); Oakley bei St. Francisville (lastateparks.com).
  • Essen: New Orleans – Chemin à la Mer (kreolische Küche, cheminalamer.com). St. Francisville – Restaurant 1796 im Umfeld der Myrtles (themyrtles.com).
  • Weitere Auskünfte: explorelouisiana.com; travelsouth.visittheusa.com.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Travel South USA und dem Louisiana Office of Tourism. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.

Kategorien USA

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