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Kalifornien ist nicht nur Sonnenschein und Palmen: Im Winter vereinen sich hier Strandtage und Pulverschnee zu einer ungewöhnlichen Kombination. Wer will, kann morgens noch im Ozean surfen und am selben Tag in den Bergen Skier anschnallen — oder sich in heißen Quellen entspannen.
Strand, Schnee und heiße Quellen
Gegen die kühle Bergluft steigt in Mammoth Lakes Dampf aus natürlichen Thermalbecken, während in der Ferne schneebedeckte Gipfel thronen. Solche Szenen wirken überraschend, doch die Distanz zwischen Küste und Skiarena in Kalifornien ist für US-Verhältnisse gering: rund 500 Kilometer trennen Sonne und Schnee.

Kalifornien als Wintersportregion
Wenige in Europa wissen, dass der US-Bundesstaat über 33 Skigebiete verfügt, die zusammen mehr als 1000 Pistenkilometer bieten. Viele Anlagen reichen über 3.000 Meter Höhe und fangen so die Feuchtigkeit des Pazifiks ab — das sorgt für zuverlässige Schneemengen. Am Beispiel von Mammoth Mountain fallen im Schnitt etwa zehn Meter Neuschnee pro Saison.
Mammoth Mountain: Vom Bergbau zur Ski-Destination
Die Region um Mammoth Lakes hat Bergbaugeschichte: Im 19. Jahrhundert wurden dort Silber und Gold gewonnen, später übernahm ein großes Unternehmen die Minen — daher der Name „Mammoth“. Den Wandel zum Wintersportgebiet prägte Dave McCoy, ein Kalifornier, der 1955 den ersten Lift errichtete. Aus kleinen Anfängen entstand ein Ort mit heute rund 7.000 Einwohnern und etwa 25 Liften, die ab November in Betrieb gehen.
Pistenprofil, Gäste und Preise
Die Abfahrten am Berg verteilen sich etwa zu gleichen Teilen auf leichte, mittlere und anspruchsvolle Strecken; ergänzt wird das Angebot durch einige sehr schwere „Double Diamond“-Runs. Besucherzahlen bleiben vergleichsweise moderat: An Wochenenden können bis zu 20.000 Skifahrende gezählt werden, unter der Woche sind es im Schnitt rund 8.000.
Für den Skipass fallen in der Nebensaison rund 140 US-Dollar pro Tag an — deutlich teurer als viele Tageskarten in den Alpen, die hierzulande meist bei etwa 70 Euro liegen. Dafür punkten die Resorts in Kalifornien mit weiten, gepflegten Pisten, viel Sonnenschein und hoher Schneesicherheit; die Saison 2022/23 war besonders rekordreich, teilweise blieben Abfahrten bis Anfang August offen.
Après-Ski kalifornisch
Wer Abwechslung sucht, findet sie hier: Statt Hüttengaudi geht es nach dem Skitag oft zu nahegelegenen heißen Quellen. Die Thermalbecken sind nur kurze Fahrten entfernt und bieten eine willkommene Entspannung nach langen Pistentagen. Kulinarisch dominieren amerikanische Klassiker und mexikanische Einflüsse — Burger, Barbecuestücke und Streetfood wie Burritos oder Tacos sind allgegenwärtig.
Los Angeles: Kultur, Verkehr und erneuerbare Energie
Von den Bergen fährt man in rund fünf Stunden hinunter Richtung Los Angeles — erst über Bergstraßen, dann über mehrspurige Highways. Auffällig ist die sogenannte Car Pool Lane, die nur für Fahrzeuge mit mindestens zwei Insassen freigegeben ist und häufig leer bleibt, während die übrigen Spuren im dichten Verkehr stehen.
Vor den Toren der Stadt wechseln freie Flächen überraschend in große Photovoltaikfelder, und weiter im Tal drehen sich Windräder — Kalifornien setzte schon 2017 die Hälfte seines Stroms aus erneuerbaren Quellen und liegt damit in den USA hinter Texas an zweiter Stelle.
Sichtachsen und Museen
Das berühmte Hollywood-Schild, ursprünglich 1923 als Werbeanlage mit 3.700 Glühbirnen in Betrieb genommen, steht tagsüber als Aussichtspunkt hoch über der Stadt. Wer vom Schriftzug auf Los Angeles blickt, sieht viel Grün und selbst Weinberge am Hang.
Kunstinteressierte finden im Getty Center rund 50.000 ausgestellte Werke (Eintritt frei) sowie im Los Angeles County Museum of Art (LACMA) eine Sammlung mit über 130.000 Objekten. Letzteres zeigt regelmäßig Sonderausstellungen; aktuell läuft dort eine Schau zur Farbe in der mesoamerikanischen Kunst, geplant bis September 2025.
Huntington Beach: Ein Paradies für Surfer
Nur ein Beispiel für Kaliforniens Strände ist Huntington Beach, bekannt für seinen breiten Sandstrand und als globales Surfziel seit den Anfängen des Sports in der Region um 1914. Surfer prägen das Stadtbild: Fotos, Museen und Läden erinnern an die lange Tradition, und vom 560 Meter langen Pier aus lässt sich das Treiben gut beobachten.

Einsteiger werden in lokalen Schulen betreut. Rocky McKinnon, früher Profi und heute Surflehrer, erklärt typische Übungen: Zuerst Paddeltraining auf dem Sand, dann das Kommando „Get up!“ auf dem Wasser — ein Erfolgserlebnis, das oft nur kurz anhält, aber großen Spaß macht. Eine Surfstunde kostet vor Ort etwa 140 US-Dollar.
Praktische Hinweise
- Anreise: Direktflüge von Frankfurt/Main nach Los Angeles bieten unter anderem Lufthansa und United.
- Unterkunft: Beispiele aus dem Angebot: Westin Monache Resort Mammoth (Doppelzimmer ab ~450 Euro), Mammoth Mountain Escape (Apartments, vier Personen, Mindestaufenthalt drei Nächte, ab ~1.400 Euro), Kimpton Shorebreak Hotel in Huntington Beach (Doppelzimmer ab ~300 Euro) oder das Huntington Surf Inn (Doppelzimmer ab ~200 Euro).
- Weiterführende Infos: Offizielle Seiten wie mammothmountain.com, visitcalifornia.com und discoverlosangeles.com sowie Anbieter vor Ort für Surf- und Skiverleih liefern Details. Surfunterricht in Huntington Beach wird unter anderem von mckinnonsurfandsuplessons.com angeboten.
Die Reise wurde unterstützt von Visit California. Hinweise zur journalistischen Unabhängigkeit und Transparenz des Beitrags finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.












