Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Minnesota gilt vielen Reisenden noch als Geheimtipp – und das, obwohl der Bundesstaat im Norden der USA reich an Kunst, Musik und ungewöhnlichen Restaurants ist. Wer neugierig ist, findet hier nicht nur lebendige Metropolen, sondern auch das private Arbeits- und Wohnareal eines globalen Popstars.
Ein unscheinbares Anwesen: Paisley Park
Denver im Wandel: Der Goldrausch weicht der grünen Wirtschaft
Architektur-Studie kürt eine andere Stadt zur schönsten der Welt — nicht Rom oder Paris
Nur wenige Kilometer außerhalb von Minneapolis liegt das Anwesen, das Prince Rogers Nelson als Zuhause und Studio diente. Von außen wirkt das Gebäude überraschend unprätentiös: weiße Kacheln, wenige Fenster, fast industriell. Kein Tor zur Abgeschiedenheit, sondern eine sachliche Fassade, die gut zu Prince’ Wunsch nach Privatsphäre passt.
Im Inneren sind Teile der Wohn- und Arbeitsräume erhalten und für Besucher zugänglich. Schlagzeug- und Aufnahmeräume, ein violetter Yamaha-Flügel und persönliche Erinnerungsstücke vermitteln den Eindruck, als habe der Musiker das Haus erst kürzlich verlassen.
Zwischen St. Paul und Minneapolis
Das kulturelle Herz Minnesotas schlägt in den sogenannten Twin Cities: St. Paul und Minneapolis liegen nahe beieinander, unterscheiden sich aber deutlich im Charakter. St. Paul, gegründet 1854, wirkt mit rund 300.000 Einwohnern ruhiger und zeigt viele spätviktorianische Gebäude.

Minneapolis ist die größere Stadt – etwa 425.000 Einwohner – und verbindet moderne Hochhäuser mit historischen Bauten wie dem 1929 errichteten Foshay Tower. Auffällig sind die Skyways: überdachte Verbindungswege, die besonders im Winter das Gehen zwischen Gebäuden erleichtern.
Museen und Kunst im Freien
Das Minneapolis Institute of Art beherbergt eine umfangreiche Sammlung mit tausenden Objekten aus mehreren Jahrtausenden. Einen anderen Schwerpunkt setzt das Walker Art Center, das moderne Kunst zeigt und den berühmten Skulpturengarten mit Werken internationaler Künstler betreibt.
Das vielleicht bekannteste Stück im öffentlichen Raum ist die Pop‑Art-Skulptur „Spoonbridge and Cherry“ von Claes Oldenburg – ein überdimensionaler Löffel, auf dem eine rote Kirsche thront. Auch Figuren aus den Peanuts von Charles M. Schulz sind in den Twin Cities in Bronze zu finden; Schulz wurde in Minneapolis geboren.
Eine lebendige Musikszene
Prince prägte die regionale Szene nachhaltig: Im Paisley Park finden noch gelegentlich Konzerte statt, während Clubs wie das First Avenue nach wie vor Musiker anziehen. Im „Armory“ drehte Prince das Video zu „1999“. Für Jazzfans ist der legendäre Dakota Jazz Club ein Muss – hier waren bereits internationale Größen zu Gast.
Wer die Studios besichtigt, trifft auf Instrumente und persönliche Details. Der sogenannte „Space Room“ etwa erinnert mit handgemalten Planeten und dem für Prince entworfenen Logo an seine künstlerische Welt.
Kulinarische Entdeckungen
Jenseits von Fastfood serviert Minneapolis auch überraschende Küche. Im Restaurant Owamni steht traditionelle Küche der Ureinwohner im Mittelpunkt: Gerichte mit Bison, Elch oder Wildkräutern, auf Zucker, Milchprodukte, Weizen und importiertes Fleisch wird bewusst verzichtet. Chef Sean Sherman wurde dafür mit dem James‑Beard‑Award geehrt.

Regionaltypisch und herzhaft ist der Jucy Lucy: ein Burger, bei dem geschmolzener Käse im Inneren des Pattys liegt. Klassiker wie im „The Nook“ in St. Paul sind beliebt. Feiner speist man dagegen im „Spoon and Stable“ in Downtown Minneapolis, wo etwa Büffel‑Carpaccio angeboten wird.
Industriegeschichte und Museen
Im 19. Jahrhundert war Minneapolis eine Weltmetropole des Mehls. Das Mühlenviertel mit seinen Backsteingebäuden erinnert daran, heute beherbergen die Häuser Wohnungen mit Flussblick. Ein zentrales Zeugnis der Vergangenheit ist das Mill City Museum in der ehemaligen Washburn‑A.‑Mill.
Die Explosion von 1874 hinterließ sichtbare Spuren an der Fassade; im Museum führen interaktive Ausstellungen durch die Geschichte vom Korn bis zum Mehl. Besucher können dort unter anderem in einem besonderen Aufzug von „Kapitel“ zu „Kapitel“ fahren und abschließend frisch gebackene Kekse probieren.
Seen, Wasserfälle und Duluth
Für Erholung sorgen zahlreiche Parks entlang von Flussarmen und Seen. Der Lake Hiawatha Park bietet Wege zum Wandern und Radfahren; die Minnehaha Falls sind ein beliebtes Fotomotiv, wo der Minnehaha Creek in den Mississippi mündet.
Rund 250 Kilometer nördlich liegt Duluth am Lake Superior, dem flächenmäßig größten Süßwassersee der Welt. In der Hafenstadt mit etwa 86.000 Einwohnern zieht die historische Aerial Lift Bridge Besucher an: Ihre Fahrbahn hebt sich in rund 55 Sekunden auf 40 Meter, damit Schiffe passieren können – ein Spektakel, das mehrmals täglich zu sehen ist. Bob Dylan, der berühmteste Sohn der Stadt, wurde hier geboren; sein Geburtshaus ist privat und nicht öffentlich zugänglich.
Praktische Hinweise
Anreise: Lufthansa fliegt nonstop von Frankfurt/Main nach Minneapolis/St. Paul in etwa neun Stunden. Alternativ gibt es Verbindungen mit KLM über Amsterdam. Ein Ausflug nach Duluth klappt per Mietwagen oder Greyhound‑Bus; letzterer bietet laut Anbieter drei Abfahrten täglich, die Fahrt dauert knapp zweieinhalb Stunden.
Unterkunft: Empfehlenswerte Optionen sind das „Moxy“ in Downtown Minneapolis (ab ca. 150 USD/Nacht) sowie das „JW Marriott Minneapolis Mall of America“ mit direktem Zugang zur Mall of America (ab ca. 199 USD/Nacht). In Duluth liegt die „The Lift Bridge Lodge“ am Ufer des Lake Superior (ab ca. 200 USD/Nacht).
Tipp: Wer Souvenirs sucht, stöbert im North Loop, etwa bei MartinPatrick3. In diesem Viertel findet man außerdem Street‑Art‑Porträts von Prince und Bob Dylan an Hauswänden.
Auskunft: exploreminnesota.com; visittheusa.de
Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Brand USA und Lufthansa. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.












