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- Zons: Mittelalterliche Zollfestung am Rhein
- Altenberger Dom: Ein gotischer Eindruck im Bergischen Land
- Schlösser Brühl: Rokoko und Welterbe
- Troisdorf und Burg Wissem: Kinder, Bilderbücher, Heide
- Siegburg: Keramiktradition und Michaelsberg
- Petersberg: Politische Geschichte und Aussicht
- Der Drachenfels: Sagen, Bahn und Schloss
- Siebengebirge: Tageswanderungen und Panorama
- Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf: Ein Blick ins Privatleben
- Bad Honnef: Kleinstadtflair am Rhein
- Bahnhof Rolandseck: Kunst, Museum, Geschichte
- Das Ahrtal: Weinberge, Rotweinwanderweg und Regierungsbunker
Zwischen Ahrtal und Niederrhein liegen zahlreiche lohnende Ausflugsziele, die sich in weniger als einer Autostunde von Köln oder Bonn erreichen lassen. Von gut erhaltenen Stadtmauern über gotische Kirchenfenster bis zu Weinbergen und Burgruinen – diese zwölf Orte bieten historische und naturnahe Abwechslung fürs Wochenende.
Zons: Mittelalterliche Zollfestung am Rhein
Als im Jahr 1372 der Rheinzoll nach Zons verlegt wurde, entstand aus der Notwendigkeit eine Festung mit Burg Friedestrom. Heute sind Stadtmauer, Wehrtürme und enge Gassen so vollständig erhalten, dass Zons zu den bedeutendsten mittelalterlichen Befestigungsanlagen am Niederrhein zählt.
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Der 35 Meter hohe Juddeturm prägt das Stadtbild. Im Kreismuseum lässt sich das Leben innerhalb der Mauern nachvollziehen, und im Sommer zeigt eine Freilichtbühne Märchenstücke. Mit dem Auto ist Zons von Köln in etwa einer halben Stunde zu erreichen; in der Saison legen außerdem Ausflugsschiffe an.
Altenberger Dom: Ein gotischer Eindruck im Bergischen Land
Im Dhünntal, rund 20 Kilometer nordöstlich von Köln, erhebt sich die Klosterkirche Altenberg. Zisterzienser legten hier 1133 die Abtei an, der Bau der gotischen Kirche begann 1259 und die Weihe erfolgte 1379.

Besonders bemerkenswert ist das Westfenster aus der Zeit um 1400: Mit etwa 144 Quadratmetern gilt es als das größte gotische Bleiglasfenster nördlich der Alpen. Seit 1857 dient der Dom als Simultankirche, katholische und evangelische Gemeinden teilen sich das Gebäude.
Schlösser Brühl: Rokoko und Welterbe
Schloss Augustusburg entstand ab 1725 auf den Resten einer Wasserburg; Clemens August von Bayern ließ es zu einer prunkvollen Residenz ausbauen. François de Cuvilliés und Balthasar Neumann prägten das Rokoko-Interieur, während ein barocker Garten und ein englisch geprägter Park die Anlage ergänzen.
Das Schloss Augustusburg und das nahe Jagdschloss Falkenlust sind seit 1984 Teil des UNESCO-Welterbes. In Brühl erinnert zudem das Max Ernst Museum an den in der Stadt geborenen Surrealisten.
Troisdorf und Burg Wissem: Kinder, Bilderbücher, Heide
Die Burg Wissem in Troisdorf erhielt im 19. Jahrhundert ihre heutige klassizistische Form. In der Anlage haben ein Restaurant, das Museum für Stadt- und Industriegeschichte und das Bilderbuchmuseum Platz gefunden.
Das Bilderbuchmuseum zeigt Originalillustrationen und verleih alle zwei Jahre den Troisdorfer Bilderbuchpreis. Direkt hinter der Burg beginnt die Wahner Heide, eine der artenreichsten Heidelandschaften Nordrhein-Westfalens.
Siegburg: Keramiktradition und Michaelsberg
Siegburg war bis ins 17. Jahrhundert für sein Steinzeug bekannt; diese Tradition setzt das Atelier Hasenberg mit einer Siegburg-Kollektion fort. Dominant über der Stadt thront die dreischiffige Basilika St. Servatius aus dem 12. und 13. Jahrhundert.
Vom Michaelsberg bietet sich der beste Blick auf Siegburg. Auf dem Berg gründete Anno II. 1064 eine Benediktinerabtei, die nach mehreren Bränden im 18. Jahrhundert barock umgestaltet wurde. Teile der Anlage sind heute als Tagungshaus nutzbar; Führungen sind nach Anmeldung möglich.
Petersberg: Politische Geschichte und Aussicht
Der Petersberg wurde in der Nachkriegszeit politisch bedeutsam: 1949 verhandelte Konrad Adenauer hier mit der Alliierten Hohen Kommission, und am 22. November unterzeichnete er das Petersberger Abkommen. Das Hotel auf dem Gipfel diente lange als Gästehaus des Bundes.
Heute betreibt die Steigenberger-Gruppe das Grandhotel, das Gebäude gehört weiterhin dem Bund. Im Biergarten blickt man über Königswinter und das Rheintal; die Speisekarte bietet einfache Speisen und Kaffee.
Der Drachenfels: Sagen, Bahn und Schloss
Der 321 Meter hohe Drachenfels gilt seit dem 19. Jahrhundert als Schauplatz der Nibelungensage. Auf dem Weg begegnet man der 1913 eröffneten Nibelungenhalle sowie einer ergänzten Drachenhöhle mit Steindrachen.
Für Bequemere fährt die Drachenfelsbahn ab Königswinter – Deutschlands älteste noch betriebene Zahnradbahn. An der Mittelstation liegt Schloss Drachenburg, ein pseudomittelalterliches Wohnschloss aus den Jahren 1882 bis 1884, das nie dauerhaft vom Erbauer bewohnt wurde.
Vom Gipfel reicht der Blick bei guter Sicht über das Rheintal bis hin zum Kölner Dom.
Siebengebirge: Tageswanderungen und Panorama
Die Bezeichnung Siebengebirge umfasst deutlich mehr als sieben Erhebungen, doch sieben Gipfel prägen die von Bonn aus sichtbare Silhouette. Der höchste Berg ist der Große Ölberg mit 460 Metern.
Ein Teil des Rheinsteigs führt hier vorbei und bietet zahlreiche Tagestouren. Beliebt ist eine Runde von Königswinter über den Drachenfels bis zur Löwenburg, mit Einkehrmöglichkeiten unterwegs.
Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf: Ein Blick ins Privatleben
Konrad Adenauer zog 1937 mit seiner Familie in das Haus über Rhöndorf, das den Blick ins Rheintal erlaubt. Die Wohnräume und Einrichtung sind im Original erhalten und können im Rahmen kostenloser Führungen besichtigt werden.
Der Rundgang führt durch den Garten mit Adenauers Rosen zum Pavillon, in dem er nach dem Rücktritt seine Memoiren schrieb. Die Ausstellung im Nebengebäude dokumentiert sein politisches Leben.
Bad Honnef: Kleinstadtflair am Rhein
Bad Honnef, rund eine halbe Stunde von Bonn entfernt, wurde von Alexander von Humboldt einst als „Rheinisches Nizza“ bezeichnet. Im Ortskern laden Luisen-, Haupt- und Königin-Sophie-Straße zum Bummeln ein: Fachwerk, Villen und Jugendstilfassaden prägen das Bild.
Bahnhof Rolandseck: Kunst, Museum, Geschichte
Der klassizistische Bahnhof Rolandseck entstand in den 1850er-Jahren als Endpunkt der Strecke von Köln über Bonn; Reisende gelangten hier auf Dampfschiffe. Ab 1964 entwickelte der Galerist Johannes Wasmuth daraus einen Künstlerbahnhof.
Das Arp Museum zeigt umfangreiche Bestände von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp sowie wechselnde Ausstellungen. Ein Aufzug im Fels verbindet den historischen Bahnhof mit dem 2007 eröffneten Neubau von Richard Meier.
In Remagen erinnern die Brückentürme der ehemaligen Ludendorff-Brücke an die Ereignisse im März 1945; im Friedensmuseum ist ihre Geschichte dokumentiert.
Das Ahrtal: Weinberge, Rotweinwanderweg und Regierungsbunker
Etwa 40 Minuten mit dem Zug südlich von Bonn beginnt eines der nördlichsten Rotweinanbaugebiete Deutschlands. Auf den Schieferterrassen des Ahrtals reifen vor allem Spätburgunder; schriftliche Nachweise für Weinbau gibt es seit etwa 770.
Der rund 35 Kilometer lange Rotweinwanderweg verbindet die Orte zwischen Bad Bodendorf und Altenahr. Nach der verheerenden Flut von 2021 ist der Weg inzwischen wieder begehbar. Am Rande des Tals liegt die Dokumentationsstätte Regierungsbunker, ein Teil des früheren Stollensystems ist als Museum zugänglich.












