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Eindhoven hat sich in wenigen Jahrzehnten von einer Fabrikstadt des Lampenherstellers Philips zu einem Zentrum für Design und Hochtechnologie gewandelt. Was einst wie ein leeres Industrieareal wirkte, lockt heute Start-ups, Kreative und Besucher aus dem In- und Ausland an.
Vom Glühbirnenstandort zum Technologiecluster
Die Geschichte der Stadt ist eng mit Philips verknüpft: 1891 gründeten Gerard und Frederik Philips in Eindhoven eine kleine Werkstatt zur Produktion von Glühbirnen. Aus dem Familienbetrieb entwickelte sich ein globaler Konzern, der die Stadt über Jahrzehnte prägte – mit Fabriken, Wohnsiedlungen und Bildungsstätten.
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Vor gut 30 Jahren begann der Konzern, Werke zu schließen und die Zentrale nach Amsterdam zu verlegen. Für Eindhoven fühlte sich das an, als würde ein zentrales Licht ausgehen. Doch die alten Fabrikbauten blieben und erhielten eine neue Nutzung: Arbeitsräume für Designer, Loftwohnungen, Werkstätten und Gründungszentren.
New Dutch: Design trifft Hightech
Heute verbindet Eindhoven Industrieerbe mit Innovationskraft. Die Stadt gilt vielen als Konzeptbeispiel für das, was Vertreter als «New Dutch» bezeichnen: eine moderne, kreative Niederlande.
Die Design Academy und die jährliche Dutch Design Week mit mehr als 2.600 Ausstellern haben Eindhoven als Designzentrum etabliert. Parallel ist die Region als «Brainport» bekannt geworden: Ein dichtes Netzwerk aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen.
Der wirtschaftliche Aufschwung zeigt sich exemplarisch an ASML, dem weltweit führenden Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion. ASML hat seinen Sitz in Veldhoven am westlichen Stadtrand und zieht zahlreiche Zulieferer und Hightech-Firmen an; in der Region existieren bereits mehrere tausend technologieorientierte Unternehmen.
Die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschung und Lehre, so sagen lokale Beobachter, ist die eigentliche Stärke der Stadt. In diesem Geist soll Eindhoven voraussichtlich zwischen 2032 und 2034 eine Dependance des Amsterdamer Rijksmuseums erhalten — ein Projekt, das ASML mit rund 100 Millionen Euro unterstützen will.
Was Besucher sehen sollten
- Strijp‑S: Einst abgeschottetes Werksgelände von Philips, heute ein lebendiges Viertel mit Büros, Wohnungen, Läden und Gastronomie. Die große frühere Werkshalle bildet das urbane Zentrum; moderne Wohntürme wie der grün bepflanzte Trudo-Turm prägen das Bild.
- Piet Hein Eek – Keramikwerkstatt und Designhotel: Der niederländische Designer hat eine frühere Philips‑Keramikhalle in eine Schauwerkstatt verwandelt. Möbel, Kunstobjekte und ein kleines Hotel mit individuell gestalteten Zimmern zeigen, wie Industriearchitektur kreativ genutzt werden kann.
- Streetart: Betonwände und Tunnel wurden in großformatige Freiluftgalerien verwandelt. Ein Beispiel sind die «Silly Walks» im Tunnel nahe dem Hauptbahnhof, eine Hommage an die Monty‑Python‑Sketche mit Motiven von John Cleese.
- Die «Witte Dame»: Das in den 1920er‑Jahren errichtete Fabrikgebäude mit weißer Fassade gilt als gelungenes Beispiel für die Umnutzung industrieller Bauten. Heute beherbergt es Tech‑Firmen, Bildungsangebote, eine Bibliothek und Cafés; gegenüber liegt das Philips Museum.
- Evoluon: Das 1966 von Philips gestiftete, ufo‑artige Gebäude wurde zu einer stadtprägenden Ikone. Heute zeigt das Haus Ausstellungen unter dem Namen Next Nature zu Technologie, Natur und Zukunftsthemen.

Praktische Hinweise
Eindhoven liegt im Südosten der Niederlande, etwa 50 Kilometer von der Grenze zu Nordrhein‑Westfalen. Mit dem Auto beträgt die Fahrtzeit ab Köln rund 1 Stunde 45 Minuten; aus Hamburg sind es etwa fünf Stunden, aus Berlin oder München zwischen sieben und acht Stunden.
Die Stadt lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden. Leihräder sind bei mehreren Anbietern erhältlich, ab etwa 10 Euro pro Tag. Hinweise zu Unterkünften, Restaurants, Veranstaltungen und Routenvorschlägen finden Interessierte auf thisiseindhoven.com.
Warum das jetzt relevant ist
Eindhoven zeigt, wie ein industriell geprägter Ort sich neu erfinden kann: durch die Kombination aus Erbe, kreativem Unternehmertum und technischer Forschung. Für Reisende bietet die Stadt nicht nur Architektur und Museen, sondern auch Einblicke in einen aktiven Innovationsstandort.











