Restauriertes Château in Burgund: Gäste erleben das Leben auf einem aktiven Weingut

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Ende April 2026 eröffnete in Pommard ein ungewöhnliches Projekt: Das Château la Commaraine vereint ein historisches Weingut mit einem 37-Zimmer-Hotel, Spa und zwei Restaurants und bringt so voll ausgestatteten Resort‑Service in eine der traditionsreichsten Weinregionen Frankreichs. Für Burgund‑Reisende bedeutet das ein selten nahe gehendes Erlebnis der lokalen Wein‑ und Châteaukultur.

Was das Château besonders macht

Nach einer fünfjährigen Restaurierung wurde das Anwesen als Hotel wiederbelebt. Eigentümer sind die Amerikaner Denise Dupré und Mark Nunnelly, bekannt durch das Royal Champagne Hotel & Spa bei Épernay. Ihr Konzept verbindet Gastlichkeit, Küche und Weinproduktion: Gäste können nicht nur im Château wohnen, sondern auch einen Blick in die laufenden Kellerarbeiten werfen.

Der Neustart fällt in eine spürbare Veränderung der Côte d’Or: Neue Häuser wie Les Sources de Vougeot und das Château de Cîteaux bringen eine stärkere Resort‑Orientierung in die Region. Château la Commaraine reiht sich in diesen Trend ein, ohne die lokale Identität zu vernachlässigen.

Ort und Weinlage

Pommard, ein kleines Dorf südlich von Beaune an der Route des Grands Crus, ist besonders für seinen Pinot Noir bekannt. Das Gut bewirtschaftet rund 18,5 Hektar nach biodynamischen Prinzipien und umfasst ein eigenes Pommard Premier Cru sowie Parzellen in Meursault und Nuits‑Saint‑Georges.

Blick auf Reben und das Dorf Pommard mit Hügeln der Côte d’Or
Pommard liegt an der Route des Grands Crus; viele Zimmer bieten direkten Rebenblick.

Vom Pool und der Restaurantterrasse reicht der Blick direkt in die Reben; bei meinem Besuch arbeitete ein Gespann mit Zugpferden im Weinberg. Kleine Alltagsszenen wie Schwalben über den Reben und die Glocken des Dorfkirchturms verstärken den Eindruck, mitten in der Weinlandschaft zu sein.

Kurze Geschichte und Restaurierung

Das Anwesen lässt sich bis ins Jahr 1112 zurückverfolgen. Bei der umfassenden Restaurierung legte der Architekt Richard Martinet Wert auf denkmalgerechte Arbeiten und arbeitete eng mit den Behörden der Bâtiments de France zusammen. Steinmetze und Zimmereien, die auch an der Notre‑Dame mitgewirkt haben, entfernten und setzten einzelne Bauteile, darunter ein Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, Stein für Stein wieder ein.

Steinmetze bei der Restaurierung eines alten Steingebäudes
Denkmalgerechte Restaurierung: Stein für Stein wurden historische Bauteile gesetzt.

Zimmer und besondere Suiten

Das Hotel bietet 37 Zimmer und Suiten, verteilt auf das Hauptschloss und angrenzende Gebäude. Ich logierte in einer Grand Cru Junior Suite mit Terrasse zum Innenhof; andere Unterkünfte blicken direkt in die Weinberge.

Innen dominieren warme Erdtöne, Parkettböden und freigelegte Balken. Handgefertigte Teppiche aus der Region sowie gestickte Wandbespannungen setzen regionale Akzente. Zur Ausstattung gehören moderne Annehmlichkeiten wie zentral gesteuerte Beleuchtung und Vorhänge sowie lokale Mineralwassersorten.

Zu den herausragenden Wohneinheiten zählen die Commaraine Suite mit Blick in Hof und Reben, die Rotonde Suite in einem Turm aus dem 14. Jahrhundert, die großzügige Mathilde Suite und die Cuverie Suite, die direkt über der Produktionszone liegt. Für Gruppen steht die privat buchbare Villa des Vignes mit vier Schlafzimmern zur Verfügung.

Essen, Trinken und Weinauswahl

Die Gastronomie des Hauses teilen sich zwei Restaurants. Le Clos ist eher leger und bietet eine Terrasse mit Rebenblick; die Karte verbindet burgundische Klassiker mit Gerichten lokaler Produzenten. Bei meinem Besuch überzeugten eine Yuzu‑geprägte Forelle sowie ein Bresse‑Huhn mit Auberginentarte. Als Dessert wird der lokal angelehnte Délice de Pommard flambiert serviert.

Die Weinliste umfasst Flaschen ab etwa €45; rund die Hälfte der Weine stammen aus biodynamischer oder nachhaltiger Produktion. Am oberen Ende der Auswahl steht ein besonders rares Exemplar: eine 2009er Romanée‑Conti Grand Cru Monopole, gelistet zu einem Preis von €20.000.

Das gehobenere Angebot des Hauses, Le VIII, nahm laut Hotelinformationen im Juli 2026 den Betrieb auf. Das Restaurant liegt in den ehemaligen gewölbten Kellern des Château und bezieht seinen Namen aus den acht Teilparzellen des Clos de la Commaraine.

Spa und Wellness

Der Spa verwendet die Pflegelinie MyBlend, entwickelt von Dr. Olivier Courtin aus der Clarins‑Gruppe. Zu den nassen Einrichtungen gehören Jacuzzi, Sauna, Hammam und ein Kaltwasserbecken; diese Bereiche sind täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Das Fitnessstudio ist rund um die Uhr zugänglich.

Zusätzlich bietet das Haus ein spezialisiertes Angebot für Haarpflege, das als Flora Hair Spa vermarktet wird und individuelle Behandlungen für Kopfhaut und Haar anbietet.

Service, Angebote und Barrierefreiheit

Das Personal ist hoch dotiert und umfasst rund 80 Mitarbeiter. Die Concierge‑Abteilung arbeitet unter der Bezeichnung Guest Experience Makers (GEMs) und organisiert Aktivitäten wie Kochkurse, Picknicks und Kellerführungen. Persönliche Empfehlungen, etwa zu regionalen Restaurants, waren während meines Aufenthalts besonders hilfreich.

Barrierefreie Wege führen durch die öffentlichen Bereiche; Aufzüge erschließen Spa und die Restaurantebene. Es gibt angepasste Zimmer in den Kategorien Bourgogne und Grand Cru Junior Suite. Für konkrete Fragen zu Zugänglichkeit steht die Rezeption telefonisch zur Verfügung: +33 3 75 83 43 34.

Anreise und Verknüpfungen

Beaune, der nächstgelegene größere Ort mit Bahnhof, liegt etwa zehn Minuten per Taxi entfernt; von Paris dauert die Zugfahrt nach Burgund rund 90 Minuten. Wer weiter in die zahlreichen UNESCO‑geschützten Climats und Einzellagen vordringen möchte, findet mit dem eigenen Auto mehr Flexibilität. Das Hotel verleiht außerdem E‑Bikes für Touren entlang der Voie des Vignes, die unmittelbar am Anwesen vorbeiführt.

Für Reisekombinationen bietet sich ein Sprung nach Norden in die Champagne an: Das Schwesterhotel der Eigentümer, das Royal Champagne Hotel & Spa bei Épernay, ist in etwa drei Stunden mit dem Auto erreichbar.

Leistungen, Treueprogramm und Preise: Das Haus gehört zu den Leading Hotels of the World und nimmt am Leaders Club teil; Raten beginnen nach Hotelangaben bei etwa $704.

Der Bericht basiert auf einem Aufenthalt im Château la Commaraine; die redaktionelle Berichterstattung erfolgte unabhängig, das Hotel hat den Text nicht geprüft oder freigegeben.

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